Von Kirche zu Kirche auf dem Jakobsweg

Auch dieser Rundgang beginnt an der Calle Fernän Gonzalez, die den Besucher in nordöstlicher Richtung zu den Straßen San Gil und Avellanos bringt. Hier kommt man zum Arco de San Gil, einem ehemaligen Stadtmauertor, und zur Kirche Iglesia de San Gil, einer der sehenswertesten Pfarrkirchen von Kastilien (14.-15. Jh.). Sie besteht aus drei Längsschiffen und einem Querschiff; von Künstlern der Kathedrale erbaut, vertritt sie den gotischen und barocken Baustil und beherbergt wertvolle Plastiken und Gemälde, darunter die gotische Statue des Gekreuzigten in der Kapelle Capilla del Santisimo Cristo, die den Betrachter tief bewegen kann, und den barocken Altaraufsatz in der Hauptkapelle.

Beim Verlassen der Kirche sollte man schnell einen Blick auf die Plaza Huerto del Rey werfen, die wie keine andere das Ambiente der jugendlichen Szene von Burgos widerspiegelt, um dann zur Calle Avellanos zurückzukehren und nach Nordosten hin die Calle de San Juan einzuschlagen, die zweitwichtigste Straße des Pilgerweges. In ihrer Nähe befindet sich zur Linken am Platz Alonso Martinez ein Fremdenverkehrsbüro. Auch der Palacio de Capitania General ist hier zu sehen; dieses Gebäude zeigt eher historische als künstlerische Konnotationen, denn hier war nach dem Bürgerkrieg die "Junta de Defensa Nacional" (etwa Verteidigungsdirektorium) untergebracht.

Kirche San Lesmes
Kirche San Lesmes
Die Iglesia de San Lesmes aus dem 15. Jh. (so der verspanischte Name dieses Mönches) mit ihrem Spitzbogenportal von Simon von Köln, drei Schiffen und

Nach rechts abbiegend stößt man in der gleichnamigen Straße auf die Iglesia de San Lorenzo aus dem 17. Jahrhundert. Ihre Besonderheit besteht in dem oktogonalen Grundriß, der lieblichen Innenkuppel, dem barocken Retabel und einer herrlichen Holztafel der flämischen Schule mit dem Thema des Dreikönigsfestes.

Den Besucher erwarten aber noch mehr Überraschungen. Über die Calle de San Juan gelangt er ostwärts zu einem anderen Stadtmauertor, dem Torbogen Arco de San Juan. Nach Überquerung der Brücke San Juan, über dem Fluß Vena, kommt man zur Plaza de San Juan, die in der Geschichte des Jakobsweges eine entscheidene Rolle gespielt hat. Im Jahre 1083 stellte ein französischer Mönch namens Adelermo an diesem Ort sein Leben in den Dienst der Pilger, indem er bei Alfons VI. den Bau eines Hospitals bewirkte. Viele Kunstbauwerke gibt es hier zu bewundern. Zunächst links die Iglesia de San Lesmes aus dem 15. Jh. (so der verspanischte Name dieses Mönches) mit ihrem Spitzbogenportal von Simon von Köln, drei Schiffen und Querschiff sowie Chor im plateresken Stil. Als besondere Sehenwürdigkeiten sind im Innenraum das Grabmal des Heiligen bzw. Stadtpatrons aus dem 16. Jh. und der Altaraufsatz des Heiligen Kreuzes aus dem 15. Jh. zu bestaunen. Den Platz beherrscht das Reiterstandbild von Diego Rodriguez Porcelos, und rechts steht das ehemalige Hospital de San Juan, Johannes dem Täufer gewidmet, von dem nur noch seine Fassade erhalten ist. Im Hintergrund erblickt man das Kloster Monasterio de San Juan aus dem 15.-16. Jh., einstmals benediktinische Abtei, Hospital und Kloster, heute jedoch Kulturzentrum. In seinem Ausstellungssaal ist das Stadtmuseum Marcelino Santamaria (1886-1952) mit Werken dieses einheimischen Malers untergebracht. Kapitelsaal, Kirchenruinen, Turm und Kreuzgang sind für die Stadt ein stolzes Vermächtnis der Vergangenheit. Außerhalb des Platzes befindet sich das städtische Konservatorium, das aus dem einstigen Kloster Convento de las Bernardas aus dem 16. Jahrhundert hervorgegangen ist.

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