Rundfahrt mit dem Auto

Die Fahrt beginnt arm Ende des Paseo de la Isla. Ab dem Paseo de las Fuentecillas wählt man irgendeine der Flußbrücken und dann die alte Landstraße Carretera deValladolid, die am Parque del Parral vorbeiführt. Dieser meist wenig besuchte Park füllt sich am Tage nach Fronleichnam, an dem der bekannte "Curpillo" mit einer Prozession durch das Stadtviertel Las Huelgas gefeiert wird, wobei das den Mauren in der Schlacht von Las Navas de Tolosa entrungene Banner durch die Straßen getragen wird. Bald wird das Hospital del Rey sichtbar, das von Alfons VIII. zur Betreuung der Jakobspilger gegründet wurde und heute die Fakultät der Rechtswissenschaften der Universität Burgos beherbergt. Hier sollte unbedingt der Innenhof Patio de Romeros, im plateresken Stil gehalten (16. Jh.), und die mit Motiven des Jakobsweges verzierten Kirchentüren besichtigt werden. Die daran angrenzende Kapelle Capilla de San Amaro aus dem 16, Jh. ist ein Markstein an der Pilgerstraße nach Santiago de Compostela und gleichzeitig Friedhof für viele Wallfahrer.

Auf der anderen Parkseite kommt der Besucher zu einem Ort, der im Gedächtnis behalten werden möchte: das Kloster Monasterio de Santa Maria la Real de las Huelgas mit Wehrturm und Ummauerung, eine Gründung von Alfons VIII. aus dem 13. Jahrhundert, deren Wände vor Kunst und Geschichte strotzen: die Kirche - königliche Gruft -mit drei Schiffen (Frühgotik) und fünf Kapellen in der Apsis, besitzt einen herrlichen Kreuzgang, der alle architektonischen Tendenzen repräsentiert: Bauformen der Romanik; kunstvolle Lösungen im Mudejar-Stil, der christliche Elemente mit arabischer Ornamentik vereint; Gips- und Stuckarbeiten nach Art der Morisken; feine Techniken der Almohaden und alles ausgeschmückt mit Altaraufsätzen im Kunststil der Renaissance und des Barock, wobei die Kapellen Santiago und Asunciön sich besonders auszeichnen. Das Museum für mittelalterliche Gewebe vervollständigt den außerodentlichen Kunstschatz, den dieses Kloster verkörpert.

Kloster Santa Maria la Real de las Huelgas
Kloster Santa Maria la Real de las Huelgas
Kloster Monasterio de Santa Maria la Real de las Huelgas mit Wehrturm und Ummauerung, eine Gründung von Alfons VIII. aus dem 13. Jahrhundert

Die Calle del Arlanzon führt auch zum Fluß Arlanzön, an dem der Besucher nach Osten hin bis zum Ende entlangfährt. Hier gibt es zwei Abzweigungen: eine über die Straßen Carmen und Santa Dorotea, bis hin zum Konvent Santa Dorotea (15. Jh.) mit seiner Renaissance-Fassade von Simon von Köln; die andere Abfahrt, etwas weiter entfernt, führt über die Straße Ramön y Cajal zu einer weiteren gotischen Kostbarkeit des 13. Jahrhunderts, dem Kloster Santa Clara, in dem eindrucksvolle Retabel zu sehen sind. Man kehrt jetzt zur Längsstraße zurück, die auf diesem Abschnitt den Namen Sierra de Atapuerca erhält. Ganz in der Nähe befindet sich an der Plaza de Santa Teresa das Kloster der Barfüßigen Karmeliterinnen, die letzte Gründung der Heiligen. An dieser Stelle beginnt der letzte Teil der Rundfahrt, der parallel zum Park La Quinta durch die Calle de la Cartuja verläuft, die in Richtung Fuentes Biancas als Höhepunkt ein anderes Wunderwerk des 15. Jh. beschert, die Cartuja de Miraflores, die von Johann II. von Kastilien gegründet wurde. Die Kartäusermönche leben in voller Zurückgezogenheit, ganz dem Gebet hingegeben. Die Kirche, ein Werk der isabellinischen Gotik von Juan de Colonia, wie Hans von Köln sich zu nennen pflegte, entzückt den Betrachter. Der Innenraum birgt den mehrfarbigen Altaraufsatz von Gil de Siloe, ein Kunstwerk höchster Vollendung und außergewöhnlich unter seinesgleichen; es soll mit dem ersten aus Amerika hergebrachten Gold verziert worden sein. Noch zwei andere Meisterwerke dieses Künstlergenies können bestaunt werden: die monumentale Grabanlage von Johann II. und Isabella von Portugal, den Eltern von Isabella der Katholischen, und das Grabmal des Infanten Don Alfons, ein Beweis seiner äußerst geschickten Handhabung des Meißels. Weitere Höhepunkte des Kirchenschatzes sind das Chorgestühl von Simon de Bueras im Renaissance-Stil, eine Darstellung der "Verkündigung" (Anunciaciön) von Pedro Berruguete, die erstaunlich realistische Plastik des Ordensgründers San Bruno von Manuel Pereira (17. Jh.) und ein flämisches Triptychon mit Kreuzigungsszenen.

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