Reise durch das Duero-Tal

Der Ausflug beginnt in dem wichtigen Provinzstädtchen Aranda de Duero, wo sich unter der Regierung von Heinrich IV. (Enrique) langsam eine Blütezeit entwickelte, die dann unter Isabella der Katholischen ihren Höhepunkt erreichte. Heute wird dieses dynamische Wirtschaftszentrum mit seinen 30000 Einwohnern von vielen Touristen besucht, angelockt von den Zeugnissen der Geschichte und dem kulinarischen Ruf seines typischen Lammbratens.

Dem Besucher werden folgende Besichtigungen empfohlen: die Kirche Santa Maria im Baustil der isabellinischen Gotik, die ein dem Baumeister Simon von Köln zugeschriebenes Portal in Form einer Standarte (15.-16. Jh.) und im Inneren einen Renaissance-Altaraufsatz vorzeigt; ferner die Kirche San Juan Bautista (Johannes der Täufer), im Jahr 1473 Sitz des Konzils von Aranda, deren herrliches Portal mit neun eindrucksvollen Archivolten (Zierbögen) bereichert wird; der Herrschaftssitz Palacio de los Verdugo (15. Jh.); das Sanktuarium Virgen de las Vinas (17. Jh.) außerhalb des Ortes; die romanische Brücke...

Aranda de Duero
Aranda de Duero
Kirche santa maria aranda de duero ist eine Stadt im Norden Spaniens in der Provinz Burgos in der autonomen Gemeinschaft Kastilien-León.

In der weiteren Umgebung sollte in Sinovas die Pfarrkirche San Nicolas de Bari (15. Jh.) erwähnt werden, die zum Nationalbaudenkmal erhoben wurde, zum Teil aufgrund ihrer phantastischen Holztäfelungen (15. Jh.), und an der C-619 die Ortschaft Ventosilla, die zu einem Besuch verpflichtet wegen des beeindruckenden Palastes, den der Herzog von Lerma hier errichten ließ, und auch angesichts des Altaraufsatzes aus der spanisch-flämischen Schule des 15. Jh., der in einer Privatkirche gehütet und sowohl dem Architekten von San Nicolas sowie dem von Ventosilla zugeschrieben wird.

Die N-122 führt in Richtung Soria zum Kloster Monasterio de la Vid. Dieses Bauwerk geht auf das 12. Jh. zurück, als Alfons VI. eine kleine Klosteranlge in Angriff nahm, erfuhr aber im 16. Jh. seinen Höhepunkt durch die Begünstigung seitens der Grafen Züniga und Avellaneda, die die heutige Kirche, den Kreuzgang und das Pilgerhospital erbauen ließen. Nicht versäumen darf man die Plastik Nuestra Senora de la Vid (Jungfrau der Reben), eine gotische Bildhauerarbeit des frühen 14. Jh. aus polychromem Stein. Unvergleichlich ist die Schönheit ihres Antlitzes.

Sieben Kilometer weiter auf der C-111 erreicht der Besucher das unvergeßliche Penaranda de Duero. Die Plaza Mayor gleicht einer klassischen Theaterbühne des spanischen Goldenen Zeitalters: Auf der linken Seite der platereske Herrensitz Palacio de los Züniga Avellaneda (16. Jh.), zur Rechten die
ehemalige Stiftskirche Santa Ana mit ihrer Barockfassade, romanischen Säulen und Büsten aus weißem Marmor, die möglicherweise dem nahegelegenen Clunia entstammen. Vor dem Betrachter erscheint über den Häuserdächern eine Anhöhe mit den Resten einer Burg aus dem 15. Jh. Noch andere Sehenswürdigkeiten erwecken das Interesse des Besuchers, darunter die im Originalstil des 17. Jh. gehaltene Apotheke.

In 7 km Entfernung (C-111) lohnt sich ein Halt in Coruna del Conde. Hier ist die Kapelle des Heiligen Christus zu bewundern, ein romanisches Bauwerk aus dem 12. Jh. mit quadratischer Apsis und Bogenblenden. Einige Kilometer weiter führt links eine Abzweigung zu den Ruinen von Clunia. Diese eindrucksvolle Stadt, die zur Römerzeit 30 000 Einwohner zählte, wurde zur Zeit des Kaisers Augustus auf einem tarragonensischen Siedlungsgebiet gegründet. Nach seinem Aufstand gegen Nero ließ sich hier der Sieger Galba zum Kaiser ausrufen. Zahlreiche Ausgrabungen haben Häuser mit Mosaikarbeiten, Reste von Thermen, ein Theater..., zum Vorschein gebracht.
Caleruega ist die Wiege von Santo Domingo de Guzmän, dem Begründer des Dominikanerordens. Erwähnung verdienen das turmgekrönte Herrenhaus Torreön de los Guzmanes und die Kirche der Madres Dominicanas, die von Alfons X. an der Geburtsstelle des Heiligen gegründet wurde. Ganz in der Nähe stößt man auf Banos de Valdearados, wo 1972 ein spätromanisches Dorf entdeckt wurde, das ein wunderschönes Mosaik mit dionysischen Szenen enthüllte.

Gumiel de Hizän an der N-l besitzt noch das mittelalterliche Straßensystem und eine Pfarrkirche mit einer imposanten Fassade. Der Innenraum birgt wahre Reichtümer; in seinem Museum findet man Exponate von überraschender Qualität wie z.B. eine romanische Jungfrau, die der Schule von Silos zugeschrieben wird. Nur fünf Kilometer entfernt steht die Kapelle des Santo Cristo de Reveche mit ihrer romanischen Apsis.

La Aguilera besitzt ein beeindruckendes Kloster, bekannt unter dem Namen Domus Dei oder San Pedro de la Aguilera, das nach dem Tod von San Pedro Regalado als Wallfahrtszentrum Bedeutung erlangte. Gumiel de Mercado wird durch seine wappengeschmückten Herrensitze, zwei Kirchen, eine Kapelle und mehrere befestigte Stadttore bestimmt.

Zum Norden hin tauchen in der Nähe des Esgueva-Tales vier Dörfer mit interessanten Bauwerken auf: Pinillos de Esgueva, dessen Kirche eine schöne Apsis (12. Jh.) mit bogenförmigen Bauskulpturen lombardischer Meister schmückt; Terradillos de Esgueva rühmt sich eines eindrucksvollen Retabels (15. Jh.), das dem Erbauer von Terradillos zugeschrieben wird; Tortoles de Esgueva mit seiner Festung und einem Außenwachturm. Außerhalb des Dorfes stehen noch Klosterruinen von Santa Maria la Real, dessen Gründung durch Gonzalo de Torquemada auf das 12. Jh. verweist. Schließlich noch Villovela de Esgueva, das ebenfalls über ein Kloster verfügt, Nuestra Senora de los Valles, das im 13. Jh. gegründet und im 15. Jh. wiederaufgebaut wurde.

Das am Duero gelegene Landstädtchen Roa führt seinen Ursprung auf die Römerzeit zurück. Im Jahr 912 erfuhr es eine Neubesiedlung, und Adelige, Geistliche und Könige ließen sich hier nieder. Hier starb auch Cisneros, als er zum Treffen mit Karl V. marschierte. Übriggeblieben sind noch Reste der Befestigungsanlage und eine alte Stiftskirche, Santa Maria.
In der Nähe der N-112 erhebt sich auf einer strategischen Anhöhe Aza. Seine reiche Vergangenheit geht auf die Zeiten von Fernän Gonzalez zurück. Während des 12. und 13. Jh. war dieser Ort "Cabeza de Villa yUerra", eine Art Kreisstadt. Heute sind noch Stadtmauerruinen, wappengeschmückte Herrenhäuser, Straßen mittelalterlicher Tradition... zu erkennen; alles mutet wie ein Meer versteinerter Stille an, die die Vergangenheit in die Erinnerung zurückruft. Von hier aus tritt man die Rückreise nach Aranda de Duero an, wobei man im benachbarten Adrada de Aza dem Altaraufsatz seiner Kirche, der zu den wertvollsten von Burgos zählt, und auch den Burgruinen von Torregalindo noch schnell einen gebührenden Besuch abstattet.

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