Kastilische Hoheit

Vom Stadtmauertor Arco de San Juan herkommend, führt die Calle de la Puebla bis zur Plaza de La Libertad. Hier erwartet den Besucher ein Teil der Geschichte Amerikas, nämlich das Haus Casa del Cordon, in dem das Katholische Königspaar Kolumbus empfing, als er von seiner zweiten Reise zurückkehrte. Es handelt sich um einen hervorragend erhaltenen Profanbau, der heute als Bankhaus dient und ursprünglich von Simon von Köln (15. Jh.) im Auftrag der mächtigen kastilischen Kronfeldherren (Condestables de Castilla) errichtet wurde. Ein sogenannter Franziskanergürtel in Form eines monumentalen, in Stein gemeißelten Stricks umrahmt namengebend seine Fassade; der im Renaissancestil ausgeführte Innenhof kann zu Bürozeiten besichtigt werden.

Der Rundgang geht weiter zum Fluß hin durch die Calle Santander. Rechts kommt man am Palacio de la Diputaciön (Amtssitz des Verwaltungsrats der Provinz) und dem Theater Teatro Principal vorbei, einem Bau von akademischer Mustergültigkeit, dessen Restauration endlich abgeschlossen ist. Anschließend steht der Besucher auf der populären Plaza Miguel Primo de Rivera vor dem Denkmal zu Ehren des Cid, Monumento al Cid, einem Werk von Juan Cristöbal (1955), das der Stadt zur Ehre gereicht. Gegenüber befindet sich die Brücke San Pablo, die zum anderen Ufer führt, bewacht von zwei Gestalten aus dem Leben des Nationalhelden, und im 20. Jahrhundert von Joaquin Lucarini geschaffen wurden.

Plaza Mayor
Plaza Mayor
Plaza Mayor, wo das Echo von Königen, Helden und Edelmännern widerhallt. Beherrscht vom Denkmal zu Ehren Karls III., begleiten verglaste Galerien und Bogengänge das Konsistorium

Noch immer diesseits des Flusses empfiehlt sich ein Spaziergang am Espolon entlang. Dies ist die ausgesprochene Flanierstraße und Schlagader des gesellschaftlichen Lebens von Burgos, deren Ursprung auf das 18. Jh. zurückgeht. Dieser vergnügliche Rundgang führt zum Rathaus Ayuntamiento und zur Plaza Mayor, wo das Echo von Königen, Helden und Edelmännern widerhallt. Beherrscht vom Denkmal zu Ehren Karls III., begleiten verglaste Galerien und Bogengänge das Konsistorium (18. Jh.). Rundherum charakterisiert eine Vielzahl von Geschäftsstraßen und Fußgängerzonen das pulsierende Leben der Stadt Burgos: Restaurants und Bars, um den herrlichen Wein der Ribera zu genießen, mittelalterliche Linsengerichte zu kosten oder sich köstliche Appetithäppchen schmecken zu lassen. Alle Straßen führen zum Consulado del Mar hinter dem Rathaus. Dieser Bau aus dem 18. Jh., der heute als Akademie für Kunstzeichnen dient, beschwört eine glanzvolle Vergangenheit herauf, als diese Binnenstadt, damals Hauptstadt Kastiliens, die wichtigste Achse für den Seehandel mit den Niederlanden darstellte.

Wieder zurück in Kathedralsnähe, bringt die Promenade El Espolön den Besucher zum letzten Abschnitt dieses Rundgangs, dem Arco de Santa Maria. Dies ist das schönste Bogentor seiner Art in der ganzen Stadt, das heute als Ausstellungshalle und Apotheken-Museum dient.

Im Innenraum überraschen eindrucksvolle Holztäfelungen und Stuckarbeiten im Mudejarstil. Hier wurde bis zum 18. Jh. der Concejo de Burgos (Stadtrat von Burgos) empfangen. Die Außendekoration gestalteten wieder einmal Franziskus von Köln und Juan Vallejo: Karl V. im Kreise der Schutzpatronin der Stadt, Adeliger und Richter.

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