Die verstreutheit und die kunst des reisens

Ein weiterer besonderer Zug dieses Landes ist, dass seine drei Millionen Einwohner (Es ist einwohnermässig die fünfgrösste Autonome Region) mit einer Dichte von 92,6 pro km2 verstreut sind in 30 000 Siedlungskernen, fast die Hälfte derer ganz Spaniens, Obwohl des Gewicht in der letzten Zeit sich vom ländlichen Raum zugunsten der Städte und der Industrie verschoben hat, hat sich Galicien geschichtlich immer durch die Streuung ausgezeichnet. In einer Welt, in der es kaum noch unberührte Landstriche zu entdecken gibt, bietet die weitläufige Geographie des entlegenen Galiciens dem Reisenden die Freude des Entdeckens. Dazu muss er die Autobahnen verlassen und sich auf die kurvenreichen Landstrassen wagen, welche dem Gebirgsprofil folgen, er muss die Geschwindigkeit auf 40 oder 50 Stundenkilometer reduzieren und die Fenster herunterfahren, um den frischen Geruch des Heus und den Schatten des Farnkrauts wahrzunehmen, sicherlich wird er auf idyllische Winkel stossen, die seine Sinne anregen, und irgendeine romanische oder barocke Kirche besichtigen, oder sich in den Trubel eines Volksfestes oder Jahrmarktes stürzen.

Zum Essen wird der Reisende zum typischen unprätentiösen Wirtshaus geschickt, das aber eine zünftig mit Suppenkessel, Pfanne und Kasserolle ausgestattete Küche aufweist. Er sei nicht überrascht, wenn der Wirt ihn mit einem kuriosen "merchandising" unter Protest empfängt und sagt, es sei kein Essen mehr übrig. Er respektiere dies, setze sich aber dennoch: Er wird wie ein Fürst speisen! Als Unterkunft wird eines der 253 Häuser des Agrotourismus nicht weit sein, vorzüglich renoviert. Dort findet man den Luxus des Einfachen oder die Einfachheit des Luxus.

Castrum von Santa Tecla
Castrum von Santa Tecla
Castrum von Santa Tecla - Pontevedra

Der Reisende wird ausserdem die wesentlichen Elemente der galicischen Landschaft kennenlernen: "pazos", "hörreos" und "cruceiros".
Die sogenannten "pazos" (von lateinisch palatium) sind eine originelle Art von Herrenhäusern. Es sind über 640 gezählt und registriert worden, manche in Ortskernen, die Mehrheit jedoch im ländlichen Raum verteilt. Von allen Stilen herrscht der Barock vor. Alle haben wenigstens einen kleinen Garten, eine Kapelle, einen "hörreo" genannten Getreidespeicher oder einen Taubenschlag. Einige von diesen pazos fungieren als Parador-Hotel oder Hotels, und 34 widmen sich dem Agrotourismus.

Die sogenannten "hörreos" sind eigenartige Bauten zum Trocknen und Reifen des Mais. Manche von ihnen, wie die von Carnota und Lira, erreichen 35 m Länge, oder 33 wie in Poio. Combarro bietet eine mustergültige Ansammlung in perfekter Formation, auf die Förde von Pontevedra blickend.

Die "cruceiros". Seit dem 13. Jhdt. ist die Gegenwart der Steinkruzifixe an den Wegekreuzungen bezeugt, auf den Kirchhöfen, und wo immer man eines Unglücks oder eines dankeswürdigen Ereignisses gedenkt. Reich verziert oder einfach, sie sind Ort der Verehrung, der Verabredungen und Unterhaltungen. Das bemerkenswerteste ist das von Hio, Cangas (Pontevedra), und das älteste das von Melide (A Coruna) aus dem 14 Jhdt., auf dem Jakobsweg gelegen.

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