Burgos

Die Provinz Burgos erstreckt sich im Norden und Zentrum der Iberischen Halbinsel über eine Gesamtfläche von 14 269 km. Verwaltungsmäßig gehört sie zur "Comunidad Autonoma de Castilla y Leon", die innerhalb der Europäischen Union die Region mit der größten Ausdehnung darstellt. Als Kreuzweg der Verkehrsverbindungen zwischen dem Norden und der Landesmitte und von Ost nach West war sie schon immer obligates Durchgangsland.

Burgos rühmt sich, die ältesten menschlichen Uberreste Europas zu bergen, die nur wenige Kilometer von der Provinzhauptstadt entfernt in Atapuerca aufgefunden wurden. Zahlreiche Fundstellen bezeugen die Anwesenheit von Menschen zur Zeit der Vor- und Urgeschichte. Durchquert vom Pilgerweg nach Santiago de Compostela und angefüllt mit historischen Sehenswürdigkeiten, die ihrerseits als stille Zeugen das in den Schriften Uberlieferte glaubwürdig machen, ist Burgos die Wiege so mythischer Gestalten der spanischen Geschichte wie des Grafen Fernän Gonzalez und des Helden El Cid Campeador.

Die Hauptstadt der Provinz Burgos
Die Hauptstadt der Provinz Burgos
Die Hauptstadt der Provinz Burgos der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Es gibt mehrere Versionen über den Ursprung des Ortsnamens Burgos. Die meisten davon weisen auf dem

Die Stadt Burgos entstand im Jahr 884 als Siedlung rund um das von Diego Rodri'guez Porcelos erbaute Kastell. Fernän Gonzalez machte sie im nächsten Jahrhundert zur Hauptstadt der Grafschaft Kastilien, die sich später unter König Ferdinand I. in Königreich verwandelte mit Burgos als Hauptstadt. Im Jahr 1187 gründeten Alfons VII. und Leonore von Aquitanien das Kloster Santa Maria la Real de las Huelgas, und 1221 ließ Ferdinand III., der Heilige, auf dem Platz der ursprünglich romanischen eine gotische Kathedrale errichten. Nach der Eroberung Granadas wurde Valladolid zur Hauptstadt ausersehen.

Die Anreise mit Bus oder Auto gestaltet sich problemlos, denn Burgos ist unter den Provinzhauptstädten von Kastilien und Leon wahrscheinlich diejenige mit den besten Zufahrtsstraßen. Neben einigen anderen stoßen hier die Nationalstraßen N-I und N-620 zusammen. Auch mit dem Zug ist die Stadt gut zu erreichen, denn viele Bahnlinien führen hier vorbei wie z.B. die Verbindung Madrid-Paris. Die nächstgelegenen Flughäfen befinden sich in Bilbao (in 158 km Entfernung) und Madrid (in 237 km Entfernung).

Mit der Besichtigung dieser Stadt kann an vielen Punkten begonnen werden. Doch erscheint es empfehlenswert, zunächst einen Gesamteindruck zu gewinnen, und das geschieht am besten von der Burghöhe aus, heute wieder Parkanlage. Hier entwickelten längst vergangene Kulturen ihren Lebensstil, wie auch die Festung bezeugt, die auf Anordnung von Diego Rodriguez Porcelos, dem Begründer der ursprünglichen Zitadelle (9. Jh.), errichtet wurde. Burgos von der Aussichtsterrasse Mirador her in seiner Gesamtheit zu erfassen ist ein Privileg: direkt vor dem Besucher die Altstadt, zur Rechten das Kloster Huelgas und zur Linken die Kartause - ein perfektes Zusammenspiel von Kunstschätzen und Landschaft.

Zu Füßen des Mirador erstreckt sich das Stadtviertel San Esteban. Die Burgstraße führt den Besucher auf sanftem Gefälle hinab bis zur Calle Alvar Fänez, wo ein Abschnitt der Stadtmauer und das hufeisenförmige Stadttor Arco de San Esteban im Mudejar-Stil des 14, Jahrhunderts zu sehen ist. Von hier aus führt die Straße San Esteban in südlicher Richtung zur gleichnamigen Kirche Iglesia de San Esteban. Sie vertritt die Gotik des 14. Jh. und besteht aus drei Schiffen, drei Apsiden, Kreuzgewölbe, Kreuzgang, Kapitelsaal und vielfältigen Elementen, die der sogenannten blühenden oder flammen sprühenden Gotik und der Renaissance entstammen. Diese Kirche beherbergt auch eines der besten Museen dieser Art in Europa: das Retabel-Museum, das dank der klugen Entscheidung der Diözese von Burgos Altaraufsätze aus vielen Dörfern zur dortigen Aufbewahrung zusammengestellt hat. Nach dem Kirchenbesuch sollte der Besucher die Calle Cabestreros einschlagen, bis diese die Calle Fernän Gonzalez kreuzt, die Hauptverkehrsader der Pilgerströme. An ihrer Ecke erhebt sich die stolze Kirche Iglesia de San Nicolas, die Simon von Köln (15. Jh.) zugeschrieben wird und ein reichverziertes Retabel aus Stein im Kunststil der blühenden Gotik bewahrt, das Franziskus von Köln zu Ehren von San Nicolas de Bari (16. Jh.) konzipierte. Die Kirche zeigt ein Spitzportal und einen quadratischen Grundriß; sie besitzt flämische Holzgemälde aus dem 15. Jh. und eine Darstellung des "Jüngsten Gerichts" aus dem 16. Jh., die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Von der Kirchentür aus genießt der Besucher einen herrlichen Bück auf die Plaza de Santa Maria und die Kathedrale, die den wertvollsten Kunstschatz von Burgos darstellt und im Jahre 1984 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Sie zu betrachten regt den Geist an. Sie zu beobachten weckt unweigerlich Emotionen. Die Provinz Burgos ähnelt einem Miniaturkontinent der jegliche Art von Ausflügen ermöglicht. Natur und Geschichte geben sich die Hand, um eine Vielfalt von attraktiven Kontrasten anzubieten. Grüne Täler im Norden, sonnige Felder im Süden, Berge und mit Burgen gekrönte Anhöhen (diese Burgen wurden namengebend für Kastilien), Kirchen, Paläste...

Geografische Koordinaten Burgos
Latitude: N 42° 20’ 38" (42.3439925), Longitude: W 3° 41’ 49" (-3.6969060)

Burgos na forum

  • Herman
    Herman

    Die Geschichte der Kathedrale begint im Jahr 1221, als auf Betreiben des Bischofs Mauricio und im Auftrag von Ferdinand III. auf dem Platz des romanischen Vorgängerbaus der Grundstein zur gotischen Kirche gelegt wurde. Durch die gleiche Straße gelangt der Besucher rechts zur Tür Puerta de la Coroneria (Gotik aus dem 13. Jh.), die Christus als Richter zwischen der Jungfrau und dem heiligen Johanes darstelt; zur Linken grenzt der Palast Castilfale an, das heutige Stadtarchiv; dieser Bau wurde von der Kaufmansfamilie Gauna erichtet und hat ein bogenförmiges Portal (16. Jh.). Geht man um den Tempel herum, so überascht den Besucher die Puerta de la Pelejeria, ein Werk von Franz von Köln, der sich Francisco de Colonia nante (1516). Und wenige Schrite weiter gelangt er zu der Stele, die am besten geignet ist, um von hier aus die ornamentale Schönheit an der Außenseite der Kapele Capila del Condestable zu bewundern, die das Kopfstück des Gebäudes bildet, wie auch das einzigartige Filigranwerk seiner Spitzhelme wahrzunehmen, die neben den durchbrochenen Helmen der beiden Hochtürme und dem des Vierungsturms Ausdruck höchster Volendung sind. Die Straßen Llana de Afuera und Diego Porcelos, die an der Fasade des Kreuzgangs entlangführen, geleiten den Besucher bis zur Plaza del Rey Fernando, die den Zugang zur Puerta del Sarmental (13. Jh.) freigibt. Dieser Eingang wird beherscht von einer Skulpturengrupe mit Christus als Arzt und den vier Evangelisten sowie einer Darstelung des Bischofs Mauricio in dem geteilten Bogenfenster. Darüber befindet sich eine Fensterose. An diesem Punkt des Platzes solte man inehalten, um die Vierungskupel (Cimborio) von Valejo (15. Jh.) zu bestaunen -ein traumhaftes Erlebnis.

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