Santiago de Compostela

Es ist eine der repräsentativsten Städte für die spanische Geschichte als Überschneidungsort dreier Kulturen. Santiago, die steinerne Stadt, europäisch, romanisch und barock, repräsentiert die christliche Welt, Granada die moslemische Kultur, Toledo die Synthese des Christlichen, Arabischen und Jüdischen.

Die von der UNESCO zum Menschheitserbe und zur Europäischen Kulturhauptstadt erklärte Stadt besitzt seit fünf Jahrhunderten eine Universität. Sie ist Hauptstadt der Autonomen Region Galicien und erlebt zur Zeit eine Phase der städtischen Expansion und kulturellen Bereicherung, mit der Gründung neuer Museen und dem Königlichen Philharmonischen Orchester Galiciens.

Altstadt von Santiago
Altstadt von Santiago
Stadt ist katholischer Erzbischofsitz und Wallfahrtsort, Ziel des Jakobswegs sowie Standort der Universität Santiago de Compostela.

Die Besichtigung der Stadt, die bei Regenwetter, Sonne oder wechselndem Himmel einen unterschiedlichen Anblick bietet, beginnt mit der Kathedrale. Wegen ihres romanischen Aufbaus aus dem 11. Jhdt., dreischiffig, mit Chorumgang, radialen Kapellen und Triforium, und wegen ihrer Skulpturen, ist sie die Krönung der Wallfahrtskirchen. Hervorzuheben ist der Pörtico de la Gloria, "das vollkommenste Ikonographische Baudenkmal der mittelalterlichen Bildhauerkunst", ein Werk des Maestro Mateo, Schöpfer auch des mittelalterlichen Chores aus Stein, der gerade zu einem grossen Teil restauriert worden ist. In der Krypta unter dem Hauptaltar werden die Überreste des Apostels in einer schönen Silberurne aufbewahrt. Das Museum zeigt einen riesigen Weihrauchkessel, der bei den liturgischen Feierlichkeiten auf spektakuläre Weise durch das Querschiff bis in die Höhe der Kuppel geschaukelt wird.

Santiago de Compostela
Santiago de Compostela ist die Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Galicien und hat rund 96.000 Einwohner. Es ist eine der repräsentativsten Städte für die spanische Geschichte.

Im Unterschied zu anderen Kathedralen, die von einem Gewirr enger Gassen umgeben sind, liegt die von Santiago an geräumigen Plätzen: Obradoiro, Platerias, Quintana und Azabacheria. Auf dem Obradoiro wird ihr in die Höhe strebender Impuls noch betont von der Horizontalität der anderen Bauwerke: das Pilgerhospital im Plateresco-Stil aus dem 15. Jhdt., heute Parador-Hotel, mit einer reich verzierten Kapelle und Innenhöfen; der klassizistische Palast Pazo de Raxoi mit französischen Anklängen; das Stift San Jerönimo, heute Rektorat der Universität, mit einer Fassade aus dem 15. Jhdt. und Kreuzgang; und der romanische Palast Pazo de Gelmirez. Abgerundet wird dieser Stilreichtum noch von dem Stift Fonseca im Renaissance-Stil, mit einem schönen Kreuzgang und Turm.

Las Platerias ist die älteste der Fassaden, im romanischen Stil aus dem 12. Jhdt.. Gegenüber steht die barocke Casa del Cabildo. An der Plaza de la Quintana befindet sich die Puerta Santa (Heiliges Tor) der Kathedrale, die nur in Heiligen Jahren geöffnet wird. Daneben bildet der imposante Turm Torre del Reloj eine dreiteilige barocke Front zusammen mit der Casa de la Parra und der Canönigos mit ihren grazilen Schornsteinen. Der sehr intensive Kontrapunkt dazu ist die weite, gepflasterte Fläche des grossen Platzes, die geradlinige Treppe, die ihn durchquert, und die strenge, massive, unendlich scheinende Mauer des Klosters San Paio de Antealtares. Der Besuch in San Paio (und seinem Museum für sakrale Kunst) bildet einen Gegensatz zur nahen Casa de ia Troya, die das studentische Ambiente verewigt.

Zum Schluss noch die Azabacheria. Die Fassade ist barock mit klassizistischem Einfluss. Gegenüber steht das zweitwichtigste Baudenkmal nach der Kathedrale, San Martin Pinario, ein Benediktinerkloster, heute Priesterseminar, das ein wahres Universum von Stilen ist. Die barocke Kirche hat einen bemerkenswerten freistehenden Altar, ein aufgrund seiner Schönheit einzigartiges Exemplar. Ganz in der Näheist das Kloster San Francisco, mit einer grossen barocken und klassizistischen Kirche und Herberge.

Ein zweiter Rundgang kann bei dem Park Herradura beginnen mit seiner vorzüglichen Aussicht über die Stadt. Am Ausgang sehen wir das ausgeglichene Bauwerk des Stifts San demente aus dem 17. Jhdt., um dann auf der Plaza del Toral mit ihrem barocken Pazo de Bendana den Strassen Rüa do Vilarund Nova mit ihren Kolonnaden entgegenzuwandeln, an der letzten erhebt sich Santa Maria Salome eine romanische Kirche aus dem 12, Jhdt..

Die klassizistische Fassade der Universität steht im Gegensatz zum bunten Treiben des angrenzenden Viktualienmarktes, eingerahmt von zwei Kirchen, der romanischen San Fiz de Solovio und der barocken San Agustin. Über die Ruela das Änimas kommen wir in eine andere Welt mit Pazos und Kirchen aus dem 16. bis 18. Jhdt. und stossen schliesslich auf das Kloster Santo Domingo de Bonaval, Sitz des Ethnographischen Museums do Pobo Galego; in der Kirche ist der Pantheon der Illustren Galicier untergebracht. Daneben das Galicische Zentrum für Zeitgenössische Kunst des Architekten Älvaro Siza, das dem ganzen eine zweite, modern Identität verleiht.

In der Umgebung gibt es eine breite Palette von Klöstern aus dem 17. und 18. Jhdt.. Auf dem Rückweg zum Zentrum zeigt sich die unaufhörliche Abfolge verschiedener Stile an der klassizistischen Kirche San Miguel dos Agros und dem Pazo Don Pedro oder Casa Götica, der das Museum der Wallfahrten beherbergt.

Ausserhalb der Stadt sollte man die Stiftskirche Santa Maria la Real del Sar besuchen, ein romanisches Juwel, das für die aussergewöhnliche Neigung der Pfeiler bekannt ist, welche die Schiffe tragen.

Geografische Koordinaten Santiago de Compostela
Latitude: N 42° 52’ 42" (42.8782132), Longitude: W 8° 32’ 41" (-8.5448444)

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